Sonntag, 15. November 2015

#prayforparis

Nach dem Attentat von vergangenem Freitag, dem 13. November finde ich nun auch Kraft und Worte um mich dazu zu äußern.
Erst Samstag beim Mittagessen habe ich erfahren was in der vergangenen Nacht geschehen ist und seither sind die Nachrichten mein ständiger Begleiter. Im Radio, auf dem Smartphone und im TV; sobald man es anschaltet gibt es Neuigkeiten. Ich muss zugeben, ich will es nicht mehr hören aber doch kann ich auch nicht weghören.
So habe ich heute also live in den Nachrichten mitverfolgt wie die erste Massenpanik ausbrach und Menschen in blinder Angst um ihr Leben rannten. Solche Bilder machen mir Angst.
Klar, man kennt Bilder von Terroranschlägen aus den Medien, nur sind diese meist in der Ferne. Dann solche Bilder aus Paris zu sehen gibt mir das Gefühl der Terror steht in meinem Vorgarten und lädt seine Waffen.

Wie können Menschen so grausam sein und im Namen ihres Gottes andere, unbekannte, unschuldige und zivile Mitmenschen so barbarisch umbringen und hinrichten?
Ich glaube nicht, dass mein Gott solche Taten gutheißt und auch nicht, dass Allah solch bestialische Morde in seinem Namen gutheißt. Im Grunde glauben wir doch alle an Gott, ob wir ihn nun Gott, Allah, Buddah oder auch anders nennen, oder ob es mehrere sind. Mit meinen kleinen naiven Menschenverstand ist die Vorstellung, dass in unserer heutigen, aufgeklärten Zeit ein Gott in seinem Auftrag hinrichten lässt unvorstellbar. Ich kann und will das nicht akzeptieren.

Zugegeben, ich bin kein Vorzeige-Christ; ich sitze nicht andächtig in der Kirche, ich denke auch so nicht unbedingt oft an meinen Glauben aber ich habe doch irgendwo meinen Gott. Kindlich naiv glaube ich, dass er mich beschützt und meine an ihn gerichteten Monologe anhört. Doch wie kann es dann sein, dass er solche Sachen zulässt? Manchmal frage ich mich, ob er nicht die Menschheit aufgegeben hat, sie sich selbst überlässt oder einfach nur schlicht weg mit so viel bodenloser Dummheit überfordert ist.

Wir müssen aufhören naiv zu vertrauen dass bessere Zeiten kommen werden, auch wenn wir uns nicht rühren und dürfen aber auch nicht anfangen in blindem Zorn zurückzuschlagen. Das macht uns nicht besser. Jetzt gilt es das richtige Mittelmaß zu finden um so gut wie nur möglich mit dieser Bedrohung fertig zu werden. Wenn Europa und auch der Rest der Welt zusammen hält schaffen wir es. Zumindest rede ich mir das ein, um ehrlich zu sein habe ich Angst. Angst davor, dass Deutschland in den Kriegszustand eintritt, Angst vor einem dritten Weltkrieg. Ich habe mich immer sicher gefühlt, aber mir wurde so schrecklich vor Augen geführt, dass ich es nicht bin, dass wir es nicht mehr sind.

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